Litermontmuseum und Geschichtspark
Historischer Geschichtspark am Litermont
Der Historische Geschichtspark am Litermont wurde im Jahr 2005 auf Initiative des damaligen Ortsvorstehers Albert Steinmetz ins Leben gerufen und gemeinsam mit einem engagierten Team ehrenamtlicher Helferinnen und Helfer mit viel Herzblut aufgebaut. Ziel des Parks ist es, die regionale Geschichte lebendig zu bewahren und für Besucherinnen und Besucher anschaulich erlebbar zu machen.
Im Mittelpunkt der Ausstellung stehen vor allem landwirtschaftliche Geräte und Arbeitsmittel aus dem vergangenen Jahrhundert, die eindrucksvoll die Entwicklung der bäuerlichen Arbeit und des ländlichen Lebens dokumentieren. Sämtliche Exponate stammen aus privaten Sammlungen von Nalbacher Bürgerinnen und Bürgern und spiegeln somit nicht nur den technischen Fortschritt wider, sondern auch das kulturelle Erbe, die Traditionen sowie den Alltag der Dorfgemeinschaft in früheren Jahrzehnten.
Der Geschichtspark versteht sich als generationsübergreifendes Bildungs- und Freizeitangebot. Er lädt Menschen jeden Alters dazu ein, Geschichte aus nächster Nähe zu entdecken, Erinnerungen wachzurufen und miteinander ins Gespräch zu kommen. Dank der gut angelegten Wege ist das Gelände zudem barrierearm gestaltet und auch für ältere Menschen bequem und sicher begehbar.
Litermontmuseum im ehemaligen Westwallbunker
Unmittelbar angrenzend an den Geschichtspark befindet sich das Litermontmuseum, das in einem ehemaligen Bunker des sogenannten Westwalls untergebracht ist. Dieser historische Ort dient heute als Gedenkstätte und erinnert eindrucksvoll an die Gefallenen des Zweiten Weltkrieges sowie an die dramatischen Ereignisse dieser Zeit.
Der Westwall, auch als „Siegfriedlinie“ bekannt, bestand aus mehr als 14.000 Bunkeranlagen, die zwischen den Jahren 1936 und 1940 entlang der westlichen Grenze Deutschlands errichtet wurden. Allein im Saarland entstanden rund 4.100 dieser massiven Bauwerke. Im Gebiet der heutigen Gemeinde Nalbach befanden sich etwa 120 Bunker, ergänzt durch hunderte Meter sogenannter Betonhöckerhindernisse, Pfahlhindernisse sowie einen mit Wasser gefüllten Panzergraben, die gemeinsam ein dichtes Verteidigungssystem bildeten.
Der Bunker, in dem sich heute das Litermontmuseum befindet, wurde im Jahr 2004 von der Gemeinde Nalbach freigelegt und aufwendig restauriert. Ziel war es, die Anlage möglichst originalgetreu in den Zustand des Jahres 1939 zurückzuversetzen. Zu diesem Zweck wurde der Bunker mit authentischen Einrichtungsgegenständen ausgestattet, die einen realistischen Eindruck vom damaligen Alltag der Soldaten vermitteln.
Bei dem Bauwerk handelt es sich um einen sogenannten „MG-Schartenstand“, der für die Besatzung von sechs Soldaten ausgelegt war. Neben dem eigentlichen Kampfraum verfügt der Bunker über einen Notausgang, der über ein enges Rohr mit Steigeisen ins Freie führt. Zur ursprünglichen Ausstattung gehörte zudem ein gasdichter Ofen, der sowohl zum Heizen als auch zum Schutz vor Gasangriffen diente.
Als einer der zuletzt errichteten Bunker des Westwalls wurde diese Anlage im Jahr 1939 fertiggestellt. Sie zeichnet sich durch besonders massive Wand- und Deckenstärken von bis zu zwei Metern aus und ist außen mit einem speziellen Tarnverputz versehen, der sie in der Landschaft nahezu unsichtbar machte. Heute ermöglicht das Litermontmuseum seinen Besucherinnen und Besuchern einen eindrucksvollen und zugleich mahnenden Einblick in ein bedeutendes Kapitel der regionalen und deutschen Geschichte.
Lage: Direkt am Waldparkplatz Litermont, über die Etzelbachstraße in Nalbach kommend.
Öffnungszeiten Geschichtspark: ganzjährig geöffnet
Öffnungszeiten Bunker: Im Sommer von 14 bis 16 Uhr, nach Voranmeldung bei Achim Kallenborn unter 06838-82678
Eintritt: Frei